Qinggong (轻功 qīnggōng) ist der Grund, warum Wuxia-Helden auf Dächern kämpfen. Der Begriff bedeutet „Leichtfertigkeitskunst“ – eine Kategorie von Kampftechniken, die das effektive Gewicht des Praktizierenden reduziert und es ihm ermöglicht, unmögliche Entfernungen zu überspringen, über Wasser zu laufen und auf Baumzweigen zu balancieren, ohne sie zu brechen.
Es ist auch das visuell ikonischste Element des gesamten Genres. Wenn Menschen an das chinesische Martial-Arts-Kino denken, denken sie an fliegende Personen.
Die Physik des Nicht-Ganz-Fliegens
Qinggong in der Fiktion ist kein tatsächlicher Flug – zumindest normalerweise nicht. Die traditionelle Erklärung ist, dass der Praktizierende innere Energie (内力 nèilì) nutzt, um seinen Körper leichter zu machen, während er gleichzeitig seine Beinkraft verstärkt. Das Ergebnis ist etwas zwischen einem sehr hohen Sprung und kontrolliertem Gleiten.
Die spezifischen Fähigkeiten variieren je nach Fertigkeitsgrad:
| Stufe | Fähigkeit | Beispiel | |-------------|------------------------------------------------------------------|----------------------------------| | Grundlegend | Über Wände springen, schneller als normal laufen | Die meisten trainierten Kampfkünstler | | Mittelstufe | Kurzfristig über Wasser laufen, auf dünnen Flächen balancieren | Erfahrene Sektenmitglieder | | Fortgeschritten | Nachhaltiges Reisen auf Dächern, vertikales Laufen an Wänden | Senioren Meister | | Höchste | Nahezu Flug, Schweben, große Distanzen in Sekunden überqueren | Nur legendäre Figuren |Die Wasserlauf-Gressur (水上漂 shuǐshàng piāo, wörtlich „auf Wasser treiben“) ist der klassische Qinggong-Maßstab. In der Fiktion erfordert sie, dass der Praktizierende schnell genug bewegt, sodass jeder Schritt die Wasseroberfläche berührt, bevor er versinkt – praktisch auf der Oberflächenspannung zu laufen, verstärkt durch Qi. Die Physik funktioniert nicht, aber das Bild ist unwiderstehlich.
Historische Wurzeln
Qinggong hat eine dünne, aber reale historische Basis. Chinesische Akrobatiktraditionen, die bis zur Han-Dynastie (206 v. Chr. – 220 n. Chr.) zurückreichen, umfassten beeindruckende Sprung- und Balancekünste. Hofunterhalter führten das aus, was praktisch frühe Parkour-Routinen waren – über Hindernisse springen, auf Seilen gehen und Luftakrobatik vorführen. Vergleiche mit Dianxue: Die tödliche Kunst der Druckpunktangriffe.
Die Verbindung zu den Kampfkünsten entstand während der Ming (1368–1644) und Qing (1644–1912) Dynastien. Die Trainingsmethoden, die verschiedenen Schulen zugeschrieben werden, umfassten:
- Laufen mit Gewichten an den Beinen, um sie dann für eine verbesserte Geschwindigkeit zu entfernen - Übungen von Sprüngen aus progressively tieferen Gruben (挖坑跳 wā kēng tiào) – beginnend auf Bodenebene und jede Woche die Grube tiefer graben - Tragen schwerer Lasten die Treppen oder Hügel hinauf, um explosive Beinkraft aufzubauen - Balance-Training auf schmalen Balken, Stangen und schließlich auf den Rändern von mit Wasser gefüllten TöpfenDas Training mit dem Topf (踩缸 cǎi gāng) ist besonders berühmt. Der Praktizierende steht auf dem Rand eines großen Wassertopfs und übt Formen. Mit zunehmender Fertigkeit wird allmählich Wasser entfernt, wodurch der Topf leichter und weniger stabil wird. Das Ziel ist es, schließlich auf einem leeren Topf zu balancieren, ohne ihn umzukippen – eine Leistung, die außergewöhnliche Körperwahrnehmung und Gewichtskontrolle erfordert.
Einige dieser Trainingsmethoden funktionieren tatsächlich.